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Imke Lüders
Der Tod auf Samt und Seide
Todesdarstellungen auf liturgischen Textilien des 16. bis 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum,
herausgegeben von Reiner Sörries (Kasseler Studien zur Sepulkralkultur 14), Kassel 2009.
ISBN 978-3-924447-40-3
Zahlr. Farb. u. SW. Abb., 267 Seiten
Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal
Verlag: Schnell & Steiner
(www)
Preis 28,50 Euro, zzgl. Versandkosten
Erhältlich beim Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur in Kassel (www)
sowie im Buchhandel in Deutschland, Österreich und der Schweiz (Weltbild, Amazon).
Inhaltsverzeichnis (PDF 143KB) |
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4.9. Prof. Dr. Norbert Fischer
OHLSDORF Zeitschrift für
Trauerkultur, Nr. 106, III (2009)
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Zum Inhalt
Imke Lüders untersucht in ihrer Studie gottesdienstlich verwendete Textilien mit Todesdarstellungen. Dabei stellt die Damenschneiderin und Kieler Kunsthistorikerin nicht nur einen bisher weitgehend unbekannten Denkmälerbestand des deutschsprachigen Raumes vor, sondern ergründet darüber hinaus die Bedeutung des Bildgegenstandes im liturgischen Kontext. Sie beschreitet damit in zweierlei Hinsicht wissenschaftliches Neuland.
Paramente mit Todesdarstellungen fanden seitens der textilhistorischen und ikonographischen Forschung bislang kaum Beachtung. Erstmalig wird dieser interessante Denkmälerbestand systematisch am Beispiel von rund fünfzig erhaltenen Objekten (vorrangig liturgischen Gewändern und Bahrtüchern) vorgestellt. Die Objektgruppen des ausgehenden 16. bis 19. Jahrhunderts gliedern sich dabei in Totentänze, Skelettdarstellungen sowie Totenschädel und Gebeine. Bildgegenstand, Verzierungstechnik und Provenienz (Klöster, Pfarrkirchen) werden analysiert.
In der Deutung des Bildgegenstandes entfernt sich Imke Lüders von herkömmlichen mentalitäts- und kulturhistorischen Ansätzen, die die Todesdarstellung vorrangig als Zeichen der Lebensbedrohung und Vergänglichkeit verstehen. Die Autorin verbindet stattdessen bildliche Details mit konkreten biblischen Inhalten der katholischen Totenliturgie. Sie stellt einerseits die Bedeutung des Memento mori ("Gedenke des Todes!") im Zusammenhang mit der allgemeinen Verpflichtung des Christen zum Totendienst heraus und betont andererseits die Auferstehungserwartung, die sich in der bildlichen Darstellung menschlicher Überreste ausdrückt. Ihre zentrale These von der "Läuterung des Leibes" im Grabe als Gegenpol zur Läuterung der Seele im Fegefeuer ermöglicht eine weitreichende und vielschichtige Interpretation der Bilder des Todes in der sepulkralen Kunst und Kultur bis ins 19. Jahrhundert.
Mit hoher reflektorischer Dichte schließt Imke Lüders eine Lücke in der Textilforschung und entschlüsselt besonders in der kontextbezogenen Auslegung eine tiefgründige Sinngebung, die weit über bisherige Erklärungsversuche hinausgeht.
Die Todesikonographie ist seit 1997 Forschungsschwerpunkt der Autorin. Imke Lüders gehört dem Wissenschaftlichen Beirat der Europäischen Totentanzvereinigung in Österreich an und ist Mitglied der deutschen Sektion.
Ausstellung vom 25. Februar bis 30. April 2009
Aus Anlass der Neuerscheinung zeigt das Museum für Sepulkralkultur bis zum 30. April 2009 eine kleine Auswahl von liturgischen Textilien mit todesbezogenen Motiven.
Hier geht's zum Ausstellungshinweis (www) des Museums für Sepulkralkultur in Kassel.
Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.
Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur
Weinbergstraße 25-27
D-34117 Kassel
Telefon 0049 561 918 93-0
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